Ausstellungseröffnung Přemysl Pitter (1895-1976) – Ein europäischer Humanist im Transferraum Heimat

Heute war es soweit. Die mit Spannung von den Interessenten und Besuchern erwartete Ausstellung wurde pünktlich 16.00 Uhr eröffnet. Der Inhalt und die Präsentation der Ausstellung sind weitere Beiträge des BBZ Transferraum Heimat in der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration zum Thema 80. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges, dessen Wanderausstellung mit speziellem Bezug auf Sachsen sich derzeit großer Nachfrage erfreut.

Mit der Präsentation der dem tschechischen Humanisten, Christen, Theologen, Pädagogen und Publizisten Přemysl Pitter gewidmeten Wanderausstellung der Ackermann-Gemeinde und des Pädagogischen Museums Prag möchte der Transferraum Heimat auf besondere Weise des 80. Jahrestages des Kriegsendes gedenken. Das Wirken Přemysl Pitters und seiner Mitarbeiter wird als das Wirken einzelner Menschen angesichts totalitärer Bedrohung und Herrschaft hervorgehoben. Mehr als fünfzig Jahre widmete Pitter der Hilfe für die Wehrlosen, Leidenden und Verfolgten. Dabei rettete er jüdische Kinder, die die Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebt hatten, ebenso wie sudetendeutsche Kinder, die nach dem Krieg in tschechischen Internierungslagern litten.

Die Ausstellung informiert über Werdegang und Wirken Pitters und lässt dabei Stimmen von Zeitgenossen zu Wort kommen wie auch Stimmen von „Pitter Kindern“.
Pitter und seine Mitarbeiter lassen uns erfahren, was Einzelne unter oppressiven und totalitären Verhältnissen zu leisten in der Lage sind.

Gleichzeitig ist das Vermächtnis Pitters Ansporn und Markenzeichen in den Begegnungszentren der Regionalverbände des LVS, insbesondere für den Aussiedlerverband Sachsen e.V., der dort das Management im Integrationsprozess im Zusammenwirken von (Spät-)Aussiedlern, Juden, Zuwanderern – den Menschen mit Migrationsgeschichte – und der Residenzbevölkerung führt.

Manfred Hellmund